Montag, 13. November 2017
Aktionstag und Benefizkonzert für Krebspatienten am 25. November
Psychoonkologin Nathalie Antony
Psychoonkologin Nathalie Antony

Die Freisinger Krebshilfe Maria & Christoph richtet in Kooperation mit dem Klinikum Freising am Samstag 25. November einen Aktionstag für Krebspatienten und Angehörige aus.

Sich in körperlich und mental schwierigen Zeiten auch durch professionelle Angebote unterstützen, entlasten und stärken zu lassen, ist gerade für Krebspatienten und deren Angehörige oft kein einfacher Schritt. Die Krebshilfe Freising Maria & Christoph e.V. bietet jedoch eine Fülle von wohnortnahen und unbürokratischen Hilfsangeboten. Welche Möglichkeiten es gibt, das zeigt der Patienten- und Angehörigentag am Samstag, 25. November 2017. Die Krebshilfe Freising veranstaltet diesen Tag zum Thema „In der Krise durch eine Krebserkrankung – WER oder WAS kann unterstützen?“ gemeinsam mit dem Klinikum Freising.

Dort werden von 13.30 bis 18 Uhr begleitende Angebote für Körper, Geist und Seele im Landkreis Freising vorgestellt, die vom Krebshilfeverein finanziell gefördert werden. Zum Abschluss findet um 19 Uhr im Josef-Hofmiller-Gymnasium ein Benefizkonzert zugunsten des Krebshilfevereins statt.

Warum es gerade bei Krebserkrankungen wichtig ist, individuelle Unterstützung für Patienten zu finden und wie diese helfen kann, erklärt Nathalie Antony. Sie ist Psychoonkologin am Klinikum Freising und organisiert den Aktionstag.

 

Frau Antony, warum gibt es heuer einen besonderen Informationstag rund um Hilfsangebote bei Krebserkrankungen?

„Ich habe durch meine Arbeit als Psychoonkologin am Klinikum Freising immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Patienten zwar eine sehr gute medizinische Versorgung bekommen, aber unterstützende Angebote, die helfen, mit der besonderen Situation körperlich, seelisch und geistig umzugehen, oft nicht bekannt sind. Dabei gibt es speziell für Bewohner des Landkreises Freising durch das Engagement des Krebshilfevereins zu diesem Thema eine vielfältige Palette an Möglichkeiten.“

 

Welche unterstützenden Angebote können Besucher des Patienten- und Angehörigentags kennenlernen?

„In Workshops erfahren die Teilnehmer etwas über Atemtherapie, Musiktherapie, Yoga speziell für Krebspatienten, Shiatsu und Rehasport. Außerdem wird zum Thema Ernährung bei Krebs beraten. Die Rolle der Psychoonkologie am Klinikum Freising und das Projekt ,Zusammen Halt finden‘, das sich in Kooperation mit der Diakonie Freising um Unterstützung der Kinder und Jugendlichen von Betroffenen kümmert, werden in Vorträgen beleuchtet. Die Malgruppe Lebenskunst stellt im Eingangsbereich des Klinikums einige Werke aus und bietet den selbst gestalteten Kalender für 2018 zum Verkauf an. Auch können sich Interessierte über die Möglichkeit, mit anderen Betroffenen spezielle Pilgerwanderungen vom Landkreis aus zu unternehmen, informieren. Es gibt also ein großes Netzwerk für die individuelle Hilfe. Und da auch wir gerne von den Besuchern erfahren möchten, was sie bewegt, laden wir dazu ein, die individuellen Vorstellungen von Lebensqualität, die gerade bei schweren Erkrankungen nicht verallgemeinert werden können, auf kleinen Kärtchen aufzuschreiben. Diese hängen wir dann an einen ,Baum des Lebens‘. Und in unserer Expertenrunde hoffen wir, gute Gespräche mit allen Gästen anstoßen zu können. So gibt es auch für die Krebshilfe Freising einen wichtigen Erkenntnisgewinn.“

 

Der Informationstag steht ganz bewusst unter dem Titel „in der Krise durch eine Krebserkrankung“. Welche Dimensionen hat solch eine Krise?

„Der Gedanke, einer unberechenbaren Krankheitsentwicklung völlig ausgeliefert zu sein – das ist ein Schock. Nicht nur für Patienten, sondern auch für Angehörige. Da gibt es also zuallererst die gesundheitliche Dimension. Medizinische Entscheidungen müssen getroffen werden. Dafür brauchen die Betroffenen gute Ansprechpartner und sachliche Informationen – schließlich geht es dabei um Vertrauen. Umgehen müssen die Betroffenen auch mit einer starken emotionalen Dimension, denn Krebs lässt niemanden kalt. Patienten bezeichnen diese Dimension oft als eine Art unfreiwillige ,Achterbahnfahrt‘ der Gefühle – ein ständiges Schwanken zwischen Hoffnung und Verzweiflung.“

 

Sie beschreiben damit sehr persönliche, eher innere Dimensionen einer Krise. Gibt es auch welche, die mehr von der Außenwelt, dem Umfeld abhängen?

„Ja, die gibt es auf jeden Fall. Auch eine soziale Dimension zeigt sich häufig. Viele Patienten leiden zusätzlich durch Veränderungen in den persönlichen Beziehungen, weil oft auch langjährige Bezugspersonen nicht oder nur schwer mit dem Thema umgehen können. Krebs konfrontiert letztlich jeden, der damit irgendwie in Berührung kommt, mit der eigenen Verletzlichkeit. Nicht unerheblich wirkt sich die sozialrechtliche Dimension schwerer Erkrankungen auf die Betroffenen aus, weil es eben auch um den Umgang mit finanziellen Ausnahmezuständen, wie dem Krankengeldbezug und um die Beteiligung an Behandlungskosten, geht. Da gibt es für manche Menschen durchaus ein echtes Armutsrisiko.“

 

Sie sind als Psychoonkologin am Klinikum Freising angestellt – was für einen Zusammenhang gibt es da mit der Krebshilfe Freising?

„Es gibt eine Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Institutionen: 10 meiner 30 wöchentlichen Beratungsstunden werden vom Verein aus Spendenmitteln finanziert. Das Klinikum stellt im Gegenzug auch für die Beratung der ambulanten Patienten und für die Angehörigen die Räumlichkeit zur Verfügung. So können je nach Bedarf Beratungsgespräche im stationären sowie im ambulanten Rahmen hintereinander stattfinden. Diese Flexibilität führt zu kurzfristig verfügbaren Gesprächsterminen und bietet ein den Erfordernissen der psychoonkologischen Beratung optimal angepasstes Angebot. Diese Kooperation, für die ich nun seit sechs Jahren tätig bin und die insbesondere von Dr. Christoph von Schilling, Chefarzt der Onkologie am Klinikum, forciert wurde, bekam 2015 in München den Krebspatienten-Preis der Bayerischen Krebsgesellschaft verliehen. Das sehen wir, die Aktiven der Krebshilfe Freising, als Ermutigung an, wohnortnahe und unbürokratische Unterstützung in verschiedenen Bereichen unbedingt aufrecht zu erhalten oder wenn möglich sogar noch auszubauen. Und daher hoffen wir natürlich auf große Resonanz beim Patienten-und Angehörigentag und auf viele großzügige Zuhörer beim musikalischen Schlussakkord im Josef-Hofmiller-Gymnasium.“

 

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 In Kooperation mit dem Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

 

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